Schmuck zum Anstecken

Eine metallene Gewandnadel, welche auf dem Prinzip der Sicherheitsnadel beruht, wird als Fibel bezeichnet. Die ersten Formen stammen aus der Bronzezeit. Die Fibel war bis ins hohe Mittelalter die einzige Form der Kleidungsverschlüsse. Aus der Mode kamen sie erst nach der Erfindung des Knopfes. Sie waren Bestandteil der Tracht von Männern und Frauen und setzten sich aus einem Bügel und einer Nadel oder einer sogenannten Decke zusammen.

Aus zwei Teilen bestehen die ältesten Fibeln. Durch eine federnde Spirale oder ein Scharnier sind bei den jüngeren Modellen Nadel und Bügel miteinander verbunden. Zu vergleichen sind sie mit einer Brosche oder einer Sicherheitsnadel. Zum Zusammenhalten von Kleidern, Umhängen und Mänteln werden diese verwendet und sind nicht nur Bestandteil der Tracht, sondern können auch ein Rangabzeichen sein.

Sowohl in den schriftlosen, prähistorischen Kulturen wie auch bei den Griechen, Römern und Byzantinern wurde diese Art von Schmuck genutzt. Seit der älteren Bronzezeit sind die zweiteiligen Fibeln wie die Urfibeln bekannt. Im 14. bzw. schon im 13. Jahrhundert vor Christus kam dann die einteilige Konstruktion im südlichen Bereich der Alpen auf. Bis in das 14. Jahrhundert nach Christus waren diese in Gebrauch.

Insbesondere der Bügel wurde zeitlich sowie auch regional sehr unterschiedlich ausgestaltet, weswegen er auch als Schmuck diente. So sind aufgrund der Fibelformen diese für Archäologen ein Leitfund und somit ein wichtiger Anhaltspunkt, um Funde und Befunde besser datieren zu können. Die Aufstellung einer kompletten Typologie aufgrund der großen Menge von Fundstücken mit zeitlich und regional typischen Dekorationselementen war so möglich.

In viele verschiedene Fibelarten wird aufgrund der Form der Fibel unterschieden. Nach ihrer Form wurden sie benannt. Die einzelnen Fibelarten waren Scheibenfibeln, die Tierfibeln, die Bügelfibeln, sowie auch die provinzial-römischen Omegafibeln. Weitere Details zur Namensgebung sind auch die Konstruktion oder die Verzierung wie bei den Schüsselfibeln, den Knickfibeln oder den Zwiebelknopffibeln.

Gebräuchlich ist auch die Benennung nach dem Fundort dieser Art von Schmuck, welches zum Beispiel den Nauheimer Fibeln, den Duxer Fibeln und den Münsinger Fibeln ihren Namen gab. Einige Fibeln wurden auch nach ihrem Erfinder benannt wie die Aucissfibeln und die Nertomarusfibeln.

Es gibt auch Formen, welche nach den Gliederungen ihrer Bearbeiterinnen benannt sind. Bekannt in diesem Bereich sind die kaiserzeitlichen Fibeln mit ihrer typologischen Einordnung nach Oscar Almgren. Mit einfließen in die Namensgebung kann auch die Zeitstellung, wie es bei einigen latènezeitlichen Formen, zum Beispiel dem Frühlatèneschema, der Fall ist.