Sanduhren

Die Sanduhr wurde als einfacher Zeitmesser Ende des 13. Jahrhunderts oder Anfang des 14. Jahrhundert verwendet. Diese Art von Uhren bestehen aus zwei Glaskolben, welche durch ein dünnes Glasröhrchen miteinander verbunden sind. Mit Sand ist einer der beiden Kolben gefüllt. Feingemahlene Eierschalen anstatt von Sand wurden im Mittelalter verwendet. Der Fluss dieser war gleichmäßiger, wodurch der Begriff der Eieruhr entstand. Eine Kunst ist die Wahl des richtigen Sandes. Die Uhr könnte bei grobem Sand zum stehen kommen, wenn sich aufgrund der Grobkörnigkeit einzelne Körnchen beim Rieseln durch die Engstelle verklemmen. Ist der Sand zu fein, ist er anfälliger gegen die relative Luftfeuchtigkeit innerhalb des Glasbehälters. Auch dadurch kann die Rieselgeschwindigkeit stark beeinflusst werden. Am Tag oder im Sonnenlicht zeigt diese Uhr dann eine andere Zeit an. Metallhaltige Stäube werden gern für den Zweck der Sanduhr genommen. Aber auch bei ihnen muss sicher sein, dass sie weder korrodieren noch verklumpen.

In eine Halterung eingebracht sind die beiden Kolben, wodurch sie auf eine waagerechte Unterlage gestellt werden können und sich die beiden Kolben somit genau senkrecht übereinander befinden. Ist der mit Sand gefüllte Kolben oben platziert, läuft der Sand dann aufgrund der Schwerkaft von oben nach unten durch die enge Verbindungsstelle. Festgelegt ist die Menge des Sandes auf einen genau abgestimmten Zeitraum der Uhr wie zum Beispiel 1 Stunde, das so genannte Stundenglas, sowie 5 Minuten die Eieruhr. Die Zeit kann aufgrund der Menge justiert werden.

Auch für Ärzte, um den Puls zu messen, gibt es solche Arten von Uhren. Diese sehen ähnlich aus wie ein Füllfederhalter und laufen exakt 15 Sekunden. Sanduhren gibt es auch für Kinder im Bereich der Zahnpflege. Die so genannten Telefonkontaktsanduhren eroberten in den 80er Jahren den Markt. Dies diente dem eingeführten Takt des Ortstarifes von 8 Minuten. Für Saunen wurden die Saunasanduhren erfunden, mit einer Laufzeit von 15 Minuten und einer 5 Minuten Einteilung.

Das klassische Maß sind die 30 Minuten bei diesen Uhren und dienten den Seeleuten als Maß des Zeitglases. Die übliche Dauer einer Wache betrug vier Stunden, acht Glas. Nach jeweils der vergangenen halben Stunde wurde die Schiffsglocke einmal geschlagen. Zur vollen Stunde dann zweimal. Vier Doppelschläge zeigten 8 Glasen an und so kam es dann zur Wachablösung.

Bei der Seefahrt war die Sanduhr neben dem Chronometer ein wichtiges Instrument. Alte Sanduhren können auch schon mal vorgehen und statt 30 Minuten nur 27 Minuten laufen.
Dies liegt am Abschleifen der Taille im Laufe der Zeit. Als Läufe wurden die kleineren Sanduhren auf Schiffen bezeichnet. Über ihre Laufzeit sagt die Größe der Sanduhr nicht unbedingt etwas aus. Für Sanduhren für mehrere Wochen benötigt diese dann aber schon eine bestimmte Größe. Casio Uhren sind als solche Uhren nicht erhältlich.